Sonnabend, 22. Mai 2022

Sonnabend, 22. Mai 2022

Wege zu einer lebendigen Beziehung des Menschen mit der Natur

Wahrnehmungsrundgang im Gutspark Behrenshagen

Intakte Gärten und Landschaften sind die Grundlage für die biologische Vielfalt, fruchtbare Böden, sauberes Wasser und ein ausgeglichenes Klima. Viele Menschen schätzen die erholsame, gesundende und anregende Wirkung eines Aufenthalts in der Natur. Doch eine vielfältige, regionaltypische Kulturlandschaft kann heute nur entstehen, wenn sich Menschen bewusst mit ihrer Umgebung verbinden und daraus verantwortlich tätig werden.

Ausgehend von einer einfühlsamen sinnlichen Wahrnehmung der Landschaft als Ganzes, der Pflanzen, Tiere und Gesteine, können sich schrittweise eine lebendige innere Erfahrung und ein Vertrautwerden mit dem Charakter eines Ortes bilden. Das bewusste Miterleben der Naturphänomene führt auch zu einem Erkennen der eigenen Impulse und öffnet uns für eine tiefere Begegnung mit den anderen Menschen.

Im Zusammenklang der individuellen Blickrichtungen, in der Begegnung von inneren und äußeren Erfahrungen bildet sich eine bewegliche und dennoch charakteristische Ganzheit aus, worin sich der „Genius loci“ aussprechen kann. Auf diese Weise entwickeln sich neue, und für eine lebenswerte Zukunft auch dringend benötigte Fähigkeiten in uns, im Einklang mit der Natur eines Ortes zu handeln.

Es ist kein Zufall, wo man geboren wird, wo man aufwächst und wo man lebt, weil zwischen dem Menschen und seinem Ort eine energetische Beziehung webt. Es ist an der Zeit, sich dem Wohnort wieder spirituell zuzuwenden, seinem Urimpuls nachzuspüren. Was war ursprünglich beabsichtigt? Was ist geschehen und hat den Impuls verändert? Was ist jetzt? Es gilt, Prägungen aus der Geschichte aufzuspüren, um Zukünftiges harmonisch gestalten zu können.

Wir schreiben das Jahr 1998, in dem in einer unscheinbaren Annonce ein Gutshaus nahe Ribnitz zum Verkauf angeboten wird. Die erste Begegnung mit diesem kleinen, verwunschenen Ort hatte die Familie Siebenbürgen an einem sonnigen Maitag. Sie verliebte sich sofort in das Haus, den nur noch zu erahnenden Park und die fühlbare Geschichte. Nach jahrelanger Suche wusste sie, dass sie angekommen war und sich nun in ein noch unbekanntes Abenteuer wagte.

Der Gutshof Behrenshagen ist ein Denkmal. In ihm und mit ihm kann Kulturgeschichte wesenhaft veranschaulicht werden. Der gleiche Blick auf dasselbe Objekt verbindet die Familie Siebenbürgen mit ihren Vorfahren, zu denen sie eine tiefe Seelenverwandtschaft empfindet.

Seit über 20 Jahren werden das Gutshaus und der Park Behrenshagen von den heutigen Eigentümern, Roberto & Britta Siebenbürgen, behutsam und liebevoll saniert; eine mühevolle, aber auch beglückende Arbeit für den Erhalt eines Kulturdenkmals und die Schaffung eines Lebensraumes für die Familie. Sichtachsen im Park wurden wieder freigelegt, Raum geschaffen für dendrologisch interessante Gehölze, Ersatzpflanzungen nach historischen Ansichten vorgenommen und tonnenweise Müll entsorgt. Sichtbar blühten Haus und Park wieder zu neuem Leben auf.

Die Eigentümer haben durch eine Obstwiese mit über 40 Obstbäumen sowie eine gepflegte und dennoch naturbelassene Parkanlage einen Lebensraum für 15 Bienenvölker geschaffen. Die hofeigene Imkerei wird durch den eigenen Anbau von verschiedenen, meist im Handel nicht erhältlichen, Kürbissorten ergänzt. Hühner und Gänse beleben die Anlage wie in früheren Zeiten.

Behrenshagen ist ein Ort der Stille. Ausgewählte Veranstaltungen laden Kulturinteressierte und Gartenbegeisterte zum Verweilen und Wandeln unter alten Bäumen ein.

Aus den bisherigen gartenkulturellen Tätigkeiten sind Fragen entstanden, die während des Wahrnehmungsrundganges durch den Gutspark bearbeitet werden sollen. Es geht vor allem darum, den unterschiedlichen Qualitäten von zwei Räumen nachzuspüren: der Übergang vom Hof in den Park und das Kürbisfeld als Ort zukünftigen gemeinschaftlichen Gärtnerns. Was ist das jeweils Besondere dieser Orte? Wie wird der jetzige Zustand empfunden? Wie können diese Räume in Harmonie mit ihrem jeweiligen Charakter lebendig in die Zukunft entwickelt werden? Ergeben sich Handlungsoptionen für ein praktisches Tun aus dem Seminar?

Die Aufgabe wird darin bestehen, die verschiedenen Orte und Stimmungen wahrzunehmen, Strukturen, Pflanzen und Tiere einfühlsam zu beobachten und sich anschließend über die Erfahrungen auszutauschen.

Aus den individuellen Beiträgen kann dann ein umfassendes Gesamtbild entstehen. Auf diese Weise werden die Einzelbeobachtungen integriert in ein zusammenhängendes Ganzes des Spezifischen dieser beiden Gartenräume im Gutspark Behrenshagen und es wird erlebbar, wie jedes Detail das Wesen der Orte deutlicher werden lässt.

Das Seminar richtet sich sowohl an Menschen, die den Gutspark Behrenshagen bereits kennen, sich mit ihm verbunden fühlen und an seiner Zukunft interessiert sind als auch an Menschen, die gern in der Natur sind, sich für Pflanzen und Tiere interessieren und ihre Erfahrungen in der Wahrnehmung von Natur im Austausch mit anderen vertiefen wollen.

Sonja Schürger | Garten- und Landschaftsarchitektin | Berlin
Dr. Angela Pfennig | Gartenhistorikerin | Stralsund
Britta Siebenbürgen | Eigentümerin | Behrenshagen


Sonnabend, 22. Mai 2022

Wahrnehmungsrundgang im Gutspark Behrenshagen

11.00 – 16.00 Uhr
Ort: 18320 Behrenshagen | Gutshofstraße 1

Seminar

Teilnahmegebühr: 25 Euro | 10 Euro für Studierende

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Änderungen, insbesondere Programm- und Terminänderungen vorbehalten.

Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur © 2022 Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur  •  Dr. Angela Pfennig
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